FerienFRUST oder FerienLUST?

Wer kennt das nicht: Die Ferien stehen an und der Stresspegel steigt in den roten Bereich. Bereits vor der Abfahrt ist die Stimmung auf dem Tiefpunkt – viel zu viel Gepäck, die Kinder machen nicht, was sie sollen und letztendlich sitzen alle genervt und mit schlechter Laune im Auto. Aber das geht auch anders!

FerienLUST oder FerienFRUST?

Besprechen Sie folgende Themen unbedingt vor Ferienbeginn!

Vorbereitung ist wichtig und erleichtert einiges. Das trifft auch auf die Ferien zu.
Sobald Sie gemeinsam entschieden haben, wohin die Reise gehen soll, können Sie mit den Planungen beginnen. Damit Sie auch in diesem anspruchsvollen Jahr entspannt durch die Ferien kommen, erhalten Sie hier einige Anregungen, die bei Ihren Vorkehrungen zu berücksichtigen sind.

Planungen vor dem Abreisetag

Die letzten Wochen vor den Ferien sind meistens hektisch für alle. Im Job muss noch die Ferienübergabe vorbereitet und erledigt werden, zuhause beginnt der Packstress, alle fiebern den Ferien entgegen und der Energielevel geht gegen Null.

FerienLUST oder FerienFRUST?

Tipp:

Zeitgleich mit der Entscheidung des Feriendomizils vereinbaren Sie gemeinsam mit der Familie zwei bis drei Termine, an denen Sie die Reise zusammen planen können.
Legen Sie dafür unbedingt konkrete Termine fest, damit dies nicht im Alltag untergeht. Das hebt die Vorfreude und Sie arbeiten gemeinsam an ihrem Projekt Sommerferien. Besprechen Sie konkrete Zuständigkeiten, wie etwa die Postumleitung, Garten- und Pflanzenpflege, Reiseapotheke, Reiseroute, Ausflüge, das Packen und die Packliste, Tierbetreuung und die Abfahrtszeit. Besprechen Sie auch den Abreisetag und wie dieser genau aussehen soll.

Bei diesen Planungs-Terminen sollte sich jeder außerdem überlegen, was er unbedingt in den Ferien erleben möchte und was er sich für den Urlaub wünscht. Tauschen Sie sich aus und erstellen Sie eine kleine Liste mit Ihren Hauptfavoriten. So können Sie einen guten Kompromiss finden und bereits im Vorfeld entscheiden, welche Ausflüge anstehen und wer diese plant.

Ferien mit den (Schwieger-)Eltern

Ferien mit Schwiegereltern oder den eigenen Eltern kann vieles bedeuten. Es kann eine Entlastung sein, für Kinder einen Babysitter dabei zu haben, weil es mehr Freizeit und damit Me- und Paarzeit garantiert. Es kann aber auch bedeuten, dass alte Verletzungen und Wunden aufreissen, wenn man im gemeinsamen Urlaub so viel Zeit zusammen verbringt. Vielleicht ist die Schwiegertochter nicht konsequent genug mit den Kindern oder der Sohn sollte mehr durchgreifen, vielleicht sind die Eltern der Kinder zu streng mit ihnen – und können eben nichts richtig machen. Die dargestellten Szenarien sind zwei Extreme, wobei die Realität meistens irgendwo dazwischen zu finden ist.

FerienLUST oder FerienFRUST?

Tipp:
Steht eine Reise mit den Eltern oder Schwiegereltern an, besprechen Sie vorab zuerst mit dem Partner/in Ihre eigenen Wünsche, Erwartungen und Befürchtungen. Gleichen Sie Ihre Werte und Haltung im Umgang mit den Kindern in den Ferien ab und bleiben Sie ein Team. Im zweiten Schritt besprechen Sie mit den Eltern oder Schwiegereltern, was Ihre und deren Erwartungen sind. Vielleicht können Sie im Vorfeld klären, ob für beide Parteien Paarzeit möglich ist und wie oft Sie gemeinsame Mahlzeiten einnehmen. Wenn unausgesprochenen Erwartungen im Raum bleiben, wie etwa “War doch klar, dass wir immer zusammen die Mahlzeiten einnehmen und jeden Tag gemeinsam am Strand sind”, können diese die Ferien-Atmosphäre schnell verdunkeln. Vielleicht kennen Sie es, dass Sie beispielsweise nach einigen Tagen keine Lust mehr haben, gemeinsam an den Strand zu gehen, weil Ihnen die Gesprächsthemen ausgegangen sind. Dies ist besonders dann oft der Fall, wenn unausgesprochenen Erwartungen in der Luft hängen.

Ferien mit Freunden

Urlaub mit Freunden und Bekannten kann lustig und fröhlich sein, aber auch sehr anstrengend. Alle sitzen abends zusammen und lachen, das Bier fliesst und die Abende werden lang. Die Kinder reizen die Grenzen aus und zunehmend wird es anstrengend für diejenigen, die zuhause gut organisiert sind. Vielleicht gibt es einen Frauen- und Männerabend, Sie als Paar sehen sich zu zweit mit viel Glück vielleicht im Bett. Zweisamkeit und Paarzeit rücken in weiter Ferne.

FerienLUST oder FerienFRUST?

Tipp:

Wenn Sie mit Freunden in die Ferien fahren, hat es sich bewährt, vorab über die Wünsche und Erwartungen zu sprechen. Zuerst sollten Sie als Paar Ihre Vorstellungen abgleichen und dann das Gespräch mit den Freunden suchen. Vielleicht denken Sie jetzt, das zeigt sich dann schon während des Urlaubs und wird sich irgendwie ergeben, alles easy. In der Realität haben gemeinsame Ferien mit Freunden schon die eine oder andere Freundschaft gekostet oder einen Partnerschaftsstreit ausgelöst.

Auf der anderen Seite können Sie die Ressource «Freundschaft» auch gut nutzen und sich Paarzeit gestatten. Wenn Sie beispielsweise einen Tag oder Abend die Kinder des jeweils anderen Paares hüten, profitieren beide Parteien davon und verbinden ganz viel Gemeinschaft und Ablenkung mit beziehungsfördernder Zweisamkeit. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Abend nur zu zweit mit feinem Essen und einem kühlen Cocktail?!

Ferien mit Kindern

Ferien mit Kindern können ganz schön anstrengend sein. Daher ist eine häufige Frage vieler Eltern: Wie bekommen wir das mit der 100%igen Betreuung und der Erholung gleichzeitig hin? Jeder wünscht sich Zeit mit der Familie, spannende Erlebnisse, einfach mal sein und schlafen auf dem Liegestuhl, Mittagsschlaf, und irgendwie wären Zweisamkeit und Romantik auch noch schön. Oftmals liegen die Erwartungen und Wünsche der Partner dabei weit auseinander.

FerienLUST oder FerienFRUST?

Tipp:
Besprechen Sie vor Ferienbeginn gemeinsam Wünsche und Erwartungen und auch, wie Sie die Kinderbetreuung gestalten wollen. Vielleicht schenken Sie sich gegenseitig mehrmalig eine Stunde Buchlesen, Liegestuhl und in den Himmel schauen, oder einfach hin und wieder einen abgesprochenen Mittagsschlaf. Überlegen Sie sich, wie Sie einen gemeinsamen Mittelweg finden können und übertragen Sie nicht Ihre eigenen Erwartungen und Wünsche auf den Partner. Jeder hat eine andere Vorstellung davon, wie Ferien mit Kindern aussehen und wie diese ablaufen. Das ist völlig okay. Aber stimmen Sie sich ab und reden Sie miteinander. Sinnvoll ist, jeweils am Vorabend den nächsten Tag, zu besprechen und Bedürfnisse zu äussern. So kann sich jeder schon beim Aufwachen eine Vorstellung vom Tag machen und das Einstellen darauf fällt leichter.

Ferien-Frust und statt Ferien-Lust

Der Wunsch, dass die kommenden Freien besonders schön werden müssen, gerade weil man ja im letzten Jahr so oft verzichten musste, ist bei vielen Menschen gross. Kein Wunder also, dass der Druck steigt. Daher bemüht sich jeder und nimmt sich zurück, schluckt den kleinen Ärger runter, damit es für alle ein schöner Urlaub wird. Und dann explodiert es am Ende doch, obwohl doch eigentlich alles perfekt sein sollte.

Viele Probleme, die im Alltag vorhanden waren, werden mit in die Ferien genommen. Oft zeigt sich daher im Urlaub besonders, wie es vor den Ferien in der Beziehung aussah und wie viel Zeit in die Partnerschaft investiert wurde. Waren Sie in den letzten Monaten eher sparsam im Austausch und in gemeinsamer Zeit, wird sich das deutlich in Ihrem Zusammenspiel zeigen, wenn Sie im Urlaub plötzlich so viel Zeit miteinander verbringen. Die erhoffte Ruhe und Harmonie stellen sich dann nicht ein, weil so viele Dinge unausgesprochen zwischen Ihnen stehen und kleinste Dinge das ohnehin schon übervolle Fass immer wieder zum Überlaufen bringen.

FerienLUST oder FerienFRUST?

Tipp:
Lassen Sie Themen, die Sie bis zu den Ferien nicht lösen konnten, zuhause und verschieben Sie die Diskussion auf die Zeit danach. Vereinbaren Sie am Besten bereits vor den Ferien einen gemeinsamen Gesprächstermin, dann kann das Thema vorerst abgehakt werden.
Nutzen Sie den ersten Tag im Urlaub zum Ankommen und Orientieren am neuen Ort. Planen Sie für diesen Tag keine Ausflüge oder grossen Aktivitäten, gehen Sie zum Ferienstart essen und besprechen Sie in Ruhe, wie der kommende Tag aussehen wird.

BeziehungsFrust oder BeziehungsLust?!

Der Tag war lang, die Kinder müde und schlecht gelaunt, die Küche ruft «Aufräumen!» und Sie sind genervt vom Hinterherlaufen und dem Suchen der Kinder. Sie sind müde vom Rumdiskutieren, ob es ein drittes oder viertes Eis gibt und ob Sonnencreme toll ist oder nicht, vom Streit schlichten, weil die blaue Schaufel weniger toll ist als die rote, vom Badetücher und Proviant schleppen und vom gegenseitigen Angiften unter dem Sonnenschirm. Und bei alldem wird immer deutlicher, dass die Lust auf intime Zweisamkeit und Leidenschaft heute wieder kein Happyend finden wird. Erschöpft fallen Sie ins Bett, mit der Enttäuschung, dass es wie so oft nicht mehr geben wird als ein leises (oder vielleicht auch lautes) Schnarchen des anderen.

FerienLUST oder FerienFRUST?

Tipp:

Intimität und Sexualität sind eine bewusste Entscheidung und beginnen schon lange vor dem Geschlechtsverkehr (und vor den gemeinsamen Ferien). Ob ein kleines Kompliment hier oder ein Kuss auf die Schulter: Echtes Interesse schafft Nähe und Intimität. Vor dem Urlaub helfen gemeinsame Termine, die Vorfreude auf die Ferien wach zu halten und schenken Ihnen Energie.

Räumen Sie Ihrem Partner/in in den Ferien bewusst auch Pausen ein, unterstützen Sie sich als Team und besprechen Sie, wer für was zuständig ist. Vielleicht macht einer die Küche und der andere bringt die Kinder ins Bett. Vielleicht organisieren Sie ein leckeres Getränk und sorgen damit für eine Portion Leichtigkeit für den Abend. Schwelgen Sie in Erinnerungen, wie Ihre ersten gemeinsamen Ferien ohne Kinder waren, tauchen Sie ein in die Welt der leichten Themen und wälzen Sie keine Probleme. Manchmal tut es auch einfach gut, nebeneinander gekuschelt in den Sternenhimmel zu schauen und einander mit leichter Musik einfach nur nah zu sein.

Fazit

Die Investition vor Beginn der Ferien in Planung, Organisation und Partnerschaft zahlt sich in der Regel aus. Wer erwartet, dass sich alles schon irgendwie von allein regeln wird, wird meist enttäuscht.

Beziehung und Partnerschaft braucht Pflege und Zuwendung, und zwar nicht nur 3 – 4 Wochen im Jahr. So haben Sie die Chance, dass in Ihren Ferien nicht Ferien-Frust, sondern auch Ferien-Lust entsteht.

FerienLUST oder FerienFRUST?

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